Am 23. November 2024 verabschiedeten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen
Feuerwehr (FF) Hamburg-Rahlstedt ihr geschätztes Mitglied der Einsatzabteilung Jürgen
Kokott ehrenvoll in den wohlverdienten Einsatz-Ruhestand nach 45 Jahren erfolgreicher
Arbeit für den Bürger.


Seine beeindruckende Karriere begann er 1979 als junger Mann im
Alter von 18 Jahren in der FF Rahlstedt in der Brockdorffstraße, der er ununterbrochen treu
war. Schon früh zeigte er zusätzlich sein Engagement als Gerätewart. Er absolvierte alle
möglichen Lehrgänge an der Landesfeuerwehr-Akademie, wobei man munkelt, dass er nur
den Feldkoch- und Bootsführerlehrgang ausgelassen hat. Zusätzlich wurde er an der
Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung in Ahrweiler zum Führer
von Katastrophenschutz-Einheiten ausgebildet.
Als junger Nachwuchsfeuerwehrmann stieg Jürgen schnell in die Führungsebene auf, wurde
Gruppenführer, ab 1992 Wehrführer-Vertreter sowie ab 1996 für 2 volle Amtszeiten bis 2004
auch Wehrführer der FF Rahlstedt. Er spielte eine zentrale Rolle beim Generationswechsel.
Seine Strebsamkeit, sein Hilfsbereitschaft gegenüber jedem sowie sein unermüdlicher
Drang, die Wehr als schnell, verlässlich und gut ausgebildet zu präsentieren, machten ihn
zum Vorbild und Antrieb für seine Kameradinnen und Kameraden.
In seiner Führungsrolle unterstützte und förderte er die Gründung der Jugendfeuerwehr
Rahlstedt im Jahre 1997 maßgeblich. Seine Fähigkeiten und Fertigkeiten wuchsen mit
seinen Aufgaben, und er war stets ein zuverlässiger, 112%iger Feuerwehrmann, der bis zum
Ruhestand seine Arbeitsgeräte in- und auswendig kannte und ein umfassendes Wissen dazu
hatte. Als guter Kommunikator hatte er vielfältige Kontakte in der Hamburger FF und
Berufsfeuerwehr sowie zu den Rahlstedter Bürgern und Politikern. Um das miteinander zu
stärken veranstaltete die FF Rahlstedt über viele Jahre, davon 12 Jahre unter seiner
Führung, das sogenannte Schlachtfest in einer großen Zeltstadt im Garten der Feuerwache
mit vielen gern gesehenen Gästen aus Rahlstedt und Umgebung.
Als Wehrführer trug Jürgen wesentlich zum Aufbau des eigenen Fahrzeugbestands der
Kameradschaftsgemeinschaft bei. Abseits der Einsätze war so die freiwillige Jugend- und
Wehrarbeit für den Stadtteil besser möglich. Er unterstützte den Förderverein der FF, welcher
für die Wehr im Laufe der Jahre immer wichtiger wurde. Schließlich wurde er zum 2.
Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins gewählt und wird dieses Amt auch über seinen
Einsatz-Ruhestand hinweg ausführen.
Auch außerhalb der eigenen Wehr engagierte sich Jürgen in der Stabsarbeit für die gesamte
Feuerwehr Hamburg bei besonderen Lagen. Von den Wehren aus Wandsbek war er zum
stellvertretenden Bereichsführer gewählt worden. Bei Katastrophenschutzübungen in ganz
Deutschland vertiefte er seine Fähigkeiten. Er galt als einer der besonders geschicktesten
und sichersten Fahrer der Wehr. Als gelernter Kfz-Mechaniker war er zudem eine ideale
Besetzung zur Überführung von Feuerwehrfahrzeugen von den Herstellerwerken an die
empfangenden FFen.
Seine Abschiedsfeier fand am Tag vor seinem 63. Geburtstag statt. Mit einem
überraschenden persönlichen Alarm der Feuerwehr-Einsatzzentrale wurde er zu seinem
letzten Einsatz gerufen. Langjährige Wegbegleiter holten ihn von zu Hause mit einem
historischen Hamburger Löschgruppenfahrzeug aus seiner Anfangszeit in der FF ab.
Gemeinsam wurde eine Rundfahrt durch den Stadtteil, vorbei an ehemaligen Einsatzstellen,
absolviert. Dabei wurde an viele erstaunliche und heitere, aber auch traurige Begebenheiten
aus den erlebten Einsätzen erinnert. Von allen Einsätzen ist er, bis auf einem eingeklemmtenFinger, der schnell wieder verheilt ist, immer gesund zurückgekehrt.


Jürgen war tags wie nachts bei insgesamt über 4000 Alarmierungen für die Bürger im
Einsatz. Es gab Feuer mit Menschenleben in Gefahr, Sturmnächte mit umgestürzten
Bäumen, Katze auf Baum, Pferd im Graben, brennende Dächer und mit Wasser
vollgelaufene Keller, aber auch viele Kleinbrände. Dazu viele Übungen, an denen er teilnahm
oder sie sogar organisierte. Dabei meisterte er die Herausforderung Familie, Beruf und
Ehrenamt unter einen Hut zu bringen. Seine wertvollen Erfahrungen hieraus brachte er in die
Wehr ein.
Es ist ein seltener Umstand, vom ersten bis zum letzten Tag in der FF aktiv im Einsatzdienst
gewesen zu sein. Der Empfang seiner Wehr an der Ersatzunterkunft und die anschließende
Feier mit Anwesenheit seiner Familie waren daher geprägt von Dankesreden der Führung
und seiner Wegbegleiter. Jürgen erhielt einen ehrenvollen Abschied, der seinem
außergewöhnlichen Einsatz und seiner Hingabe gerecht wurde. Die Wehr freut sich, dass er
wie selbstverständlich weiterhin aktiv im Förderverein und in der Ehrenabteilung der
Freiwilligen Feuerwehr Rahlstedt mit Rat und Tat seine Feuerwehr unterstützen wird.
Lieber Jürgen,
alle Kameradinnen und Kameraden der FF Rahlstedt danken dir von Herzen für deine
jahrzehntelange Treue und deinen unermüdlichen Einsatz. Wir danken deiner Familie für die
Unterstützung und das Verständnis für diese ehrenamtliche Tätigkeit. Die Interessen und das
Wohlergehen der Wehr hatten für dich stets die höchste Priorität. Du wirst uns fehlen. Wir
wünschen dir alles Gute für deinen wohlverdienten Ruhestand!